Übungsaufgabe 10

Die Suche in den Netzwerken H-SOZ-U-KULT und H-Net ergab einige spannende Treffer. Der Vorteil von der Suche in diesen Netzwerken liegt darin, dass auf aktuelle Forschungsstände, Konferenzen, Publikationen etc. hingewiesen wird.

Ein sehr interessanter Treffer, den ich bei H-SOZ-U-KULT erzielt habe, ist der Verweis auf ein leider etwas älteres Symposion in Karlsruhe aus dem Jahre 1995 zum Thema „Zeitkonzeptionen – Zeiterfahrung – Zeitmessung in Mittelalter und früher Neuzeit“. Das Thema Zeit wurde von differenten wissenschaftlichen Perspektiven behandelt, was die Vielschichtigkeit des Phänomens Zeit widerspiegelt. Neben diesem Treffer bin ich auch auf andere gestoßen, die ich aber für einen historischen Überblick über die Zeitmessung nicht für brauchbar einschätze, weil diese doch zu spezifisch waren.

Was meine Suche auf der Seite von H-Net angeht, so habe ich aufgrund eines Systemfehlers leider nicht viel finden können. Die Rezension von Dave Postles zu „Shaping the Day: A History of Timekeeping in England and Wales, 1300-1800“ von Paul Glennie und Nigel Thriftl, die mich auf dasselbige Werk aufmerksam machte, ist mir von allen erzielten Ergebnissen ins Auge gesprungen. Ich bin jedoch auf dasselbe Werk bereits im Laufe vergangener Recherche gestoßen und somit hat es meinen Wissenshorizont nicht bereichert, was jedoch nicht heißt, dass ich das Netzwerk in Bezug auf seine Suchfunktionen zu Forschungsthemen für unbrauchbar halte. Das Netzwerk bietet ein sehr breites Spektrum an Möglichkeiten zur Recherche: Web Search, Discussion Networks Search und Reviews Search. Die Vorteile von H-Net liegen darin, dass das Netzwerk auf Internationalität und Interdisziplinarität setzt. Dies erlaubt Forschungsansätze beziehungsweise -ergebnisse nicht bloß international zu kommunizieren, sondern auch interdisziplinär zu betrachten, indem man sich vernetzt. Ein Thema wie das von mir gewählte Thema der Zeit ist multidimensional und die Arbeit an solch einem Thema könnte von der Diskussion vernetzter ForscherInnen unterschiedlicher Disziplinen nur fruchten!

Die Suche in Netzwerken wie H-SOZ-U-KULT oder H-Net unterscheidet sich wesentlich von der Suche in Datenbanken oder Bibliotheken, weil man nicht auf fertige Elaborate stößt, sondern sich in solch einem Netzwerk mitten im aktuellen Elaborieren befindet.


Übungsaufgabe 9

Der Vergleich der Suche mittels Google mit der Suche in Datenbanken bzw. im Zeitschriftenfreihandmagazin führte zu interessanten und unerwarteten Erkenntnissen. Meine Vorahnung war, dass ich mittels Google viel schneller auf brauchbare Ergebnisse stoßen würde. Dies erwies sich jedoch als Irrtum.

Während meine Suche beispielsweise auf der Seite von Historical Abstracts nach nur 20 Minuten in einem dreiseitigen Worddokument angehäuft mit brauchbaren Literaturzitaten fruchtete, so erhielt ich nach langwierigem Suchen mittels Google nur ein paar brauchbare Outputs. Google verwies mich trotz Suchbegriffe wie „Geschichte der Zeitnessung“, „Geschichte der Uhr“ oder „history of clocks and watches“ auf Seiten, auf denen Uhren vermarktet wurden oder solche, die mit Seiten, die Uhren vermarkten, verlinkt waren. Viele der Outputs waren Seiten von Museen oder Uhrensammlungen. Brauchbar fand ich die Hinweise darauf, wo sich spannende Sammlungen befinden, die diverse Zeitmessgeräte, die als Dingquellen sehr interessant sind, enthalten. Die Seiten, die Google (in der von mir gewählten deutschen wie auch englischen Suchvariante) zuerst anzeigte, waren die Wikipediaeinträge zur Uhr und Zeitmessung. Von all den Googleergebnissen scheinen mir die Wikipediaartikel am brauchbarsten zu sein, weil sie einen umfangreichen Überblick über die historische Entwicklung der Zeitmessung liefern und Links zu weiteren relevanten Seiten für das Thema anbieten. Neben der „normalen“ Suchfunktion von Google habe ich auch Google Scholar verwendet. Google Scholar lieferte bei Weitem viel brauchbarere Ergebnisse. Einige der Ergebnisse deckten sich mit denjenigen, die mir bereits aus Datenbanken geläufig waren.

Was die Suche in den Datenbanken angeht, so erwies sich die Suche auf der Seite von Historical Abstracts als am meisten Früchte bringend und sie hat auch den Vorteil, dass die Literaturangaben einen kurzen Abstract enthalten, aufgrund dessen man bereits im Vorhinein feststellen kann, ob das Gefundene auch das Gesuchte ist. Natürlich stößt man auch auf interessante Literatur, die man vorher nicht beabsichtigte zu suchen und die sich als ertragreich für das Forschungsvorhaben erweisen kann. Diese Erfahrung habe ich bereits im Laufe vergangener Übungsaufga-ben gemacht.

Die Suche im Zeitschriftenfreihandmagazin schien zu Beginn ein bisschen mühsam zu sein, denn sie ähnelte zum Teil der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Jedoch erzielte ich auch dabei für mein Thema interessante Treffer.

Zusammenfassend ist zu schließen, dass die Suche mittels Datenbanken am effektivsten und die Suche mittels Google mühsam und im Vergleich zur Suche in Datenbanken wenig ertragreich war. Jedoch bildet Google Scholar eine Ausnahme, denn die Suche auf Google Scholar erwies teilweise ähnliche Treffer wie die Suche in Datenbanken. 


Übungsaufgabe 7.2

Kann/darf/soll man Wikipedia in wissenschaftlichen Texten zitieren? Ja, man sollte wohl recherchierte und gut belegte Artikel der Wikipedia in wissenschaftlichen Texten zitieren dürfen.

Die Zitierfähigkeit der Wikipedia ist unter AkademikerInnen ein sehr umstrittenes Thema. Einerseits wird das auf Wikipedia gesammelte Wissen aufgrund seiner mangelnden Qualitätssicherung verpönt, andererseits wird Wikipedia aufgrund ihrer Aktualität und ihres demokratisierenden Charakters in höchsten Tönen gelobt. Meines Erachtens weist die Wikipedia gegenüber traditionellen Referenzwerken viele Vorteile auf und sollte im Rahmen wissenschaftlicher Arbeiten nicht nur als Primärquelle, sondern auch mit gewissen Einschränkungen als zitierfähige Sekundärliteratur generell anerkannt werden. Die Einschränkungen beziehen sich auf schlecht recherchierte und mangelhaft belegte Artikel. Es ist jedoch auch Vorsicht gegenüber traditionellen Referenzwerken geboten, die gleichfalls Mängel beziehungsweise Irrtümer aufweisen.

Ginge man anhand einer Pro und Contra Liste vor, so würden eindeutig mehr Argumente auf der Pro Seite zu finden sein. Die Artikel der Wikipedia werden am Laufenden aktualisiert. Im Vergleich dazu gelten manche Artikel traditioneller Referenzwerke nach einiger Zeit aufgrund fortschreitender Forschung als veraltet respektive überholt. Dem Einwand, dass aufgrund der Änderung der Artikel ihre Zitierfähigkeit als eingeschränkt gilt, ist zu entgegnen, dass die Artikel von ihrer Entstehung bis zu ihrem gegenwärtigen Status Quo unter „Versionsgeschichte“ abrufbar sind und unter „Diskussion“ für die LeserInnen die Entstehung des Artikels transparent wird, was zum nächsten Pro der Wikipedia führt. Die Entstehung der Beiträge ist dokumentiert und gibt Aufschluss darüber, dass ein Artikel eines Referenzwerkes nicht als ein objektiv Gegebenes hinzunehmen ist. In Bezug auf aktuelle politische Debatten und Kriegsgeschehen ist die Transparenz der Wissensentstehung über dieselben für eine sich als demokratisch definierte Gesellschaft von unerlässlicher Wichtigkeit. Die demokratisierende Wirkung, die Wikipedia mit sich bringt, hat vielerlei Gesichter: Es hat jede/r Zugang zu den Artikeln, jede/r darf einen Artikel verfassen und die Einträge, die auf Wikipedia zu finden sind, unterstehen keiner genauen thematischen Vorgabe seitens eines Verlages – man findet Artikeln zu allen Themen, die die Menschen interessieren – während die AutorInnen traditioneller Referenzwerke einer Vielzahl restriktiver Vorgaben Folge leisten müssen. Der Zugang zu Wissen und zur Wissensentstehung unterliegt keinerlei (finanzieller, sozialer etc. ) Bedingungen bis auf diejenigen des Internetzugangs und der Alphabetisierung.

Wikipedia bietet die größte und aktuellste Ansammlung an Wissen der Menschheit. Es zu ignorieren und gar aus dem akademischen Kreis zu verbannen, wäre kontraproduktiv. Unter der Bedingung, dass auf Beiträge zurückgegriffen wird, die sauber recherchiert und ausführlich belegt sind, und dass das Datum des Standes des jeweiligen Beitrags dem Zitat hinzugefügt wird, kann, darf und sollte Wikipedia zitiert werden.


Übungsaufgabe 7.1

Meine Suche bei Historical Abstracts ergab sehr viele interessante und höchst relevante Ergebnisse für eine historische Auseinandersetzung mit der Uhr. Im Folgenden befindet sich ein kurzer Abriss meines Suchvorgangs und eine Bewertung der gefundenen bibliographischen Angaben.

Die Suchbegriffe, die mich zu relevanten Literaturangaben führten, waren „clocks“ und „watches“. Ich habe sie unter den Datenfeldern „titles“ und dann „subject terms“ jeweils mittels des logischen Operators „and“ und anschließend mittels „or“ verbunden. Die Suche mit Hilfe des Datenfeldes „subject terms“ in der Kombination mit dem logischen Operator „or“ ergab die meisten Treffer. Übersichtlicher waren die mit Hilfe des Operators „and“ erzielten Treffer, obwohl die Suche mittels „or“ aufgrund des weiten  (jedoch gut überschaubaren: 4 Seiten) Spektrums der Ergebnisse die mittels „and“ erzielten Ergebnisse ergänzte. Die Literatur, die ich auf der Seite von Historical Abstracts gefunden habe, überschneidet sich teilweise mit den Treffern, die ich bereits in vorangegangener Recherche erzielt und in früheren Posts angeführt hatte. Während meiner Suche bin ich auf relevante Artikeln, Monographien, Sammelbände und ein Nachschlagewerk, das der Entwicklung von Uhren gewidmet ist, gestoßen: Smith, Alan: International Dictionary of Clocks, 1984. 

In Bezug auf die Suche in Historical Abstracts möchte ich einige generelle positive Anmerkungen äußern. Historical Abstracts bietet sehr viele Vorteile. Es enthält Verweise auf fremdsprachige Literatur. Es befindet sich ein Abstract zu jeder Literaturangabe, sodass ein Einblick in den Text gegeben wird und die Einschätzung in Bezug auf die Relevanz der Ergebnisse bereits im Voraus getroffen werden kann. Jeder Treffer ist von einer zeitlichen Einordnung des von ihm behandelnden Themas begleitet!

Ein Artikel, den ich als äußerst interessant einschätze, ist folgender: Styles, John: „Time Piece: Working Men and Watches“, History Today, Jan 2008, Vol. 58 Issue 1, S. 44-50. Der Artikel befasst sich mit der Verwendung von Taschenuhren im 18. Jahrhundert (genaue zeitliche Eingrenzung: 1700-1799). Der Autor betont, dass die Uhren in der Zeit der Industrialisierung nicht nur einen praktischen Nutzen erfüllten, sondern dass auch aus Gründen des Prestige ihr Besitz von ArbeiterInnen angestrebt wurde. Der Artikel ist via VPN Zugang über die Elektronische Zeitschriftenbibliothek online verfügbar. Was mich positiv überrascht hat, ist, dass der Artikel auch online angehört werden kann beziehungsweise die Möglichkeit besteht, sich ihn als MP3 Format herunterzuladen. Diese Funktion ist vor allem für Menschen mit beeinträchtigter Sehfähigkeit von Vorteil.


Übungsaufgabe 6

Eine Datenbank, die für mein Thema zentral ist, ist die Datenbank Technikgeschichte (OLC-SSG). Sie liefert wichtige bibliographische Informationen zu der historischen Entwicklung der Uhr als technisches Artefakt. Des Weiteren halte ich folgende Datenbanken ebenfalls für informativ: Abstracts in Economic History, da dieser Datenbank Literatur zur ökonomischen Bedeutung technischer Entwicklungen, wie der Uhr, entnommen werden kann (vor allem in Verbindung mit der Industrialisierung), Brockhaus der Geschichte, DigiZeitschriften, Historicum.net, Historische Bibliographie Online, History Cooperative, Historical Abstracts, IJBK Internationale Jahresbibliographie der Kongressberichte, JSTOR History, Österreichische Historische Bibliographie, Project MUSE und Worlds History in Context.

Im Laufe meiner Recherche bin ich auf der Seite von Project MUSE auf folgende interessante Literatur gestoßen: Smith, Mark M.: Mastered by the Clock: Time, Slavery, and Freedom in the American South, 1997. Das Werk befasst sich mit den Verhältnissen von Zeit und Demokratie und Zeit und Sklaverei, indem die wesentliche Rolle der Uhr als Machtinstrument vom Autor herausgearbeitet wurde. Ich halte die Darstellung der Relation von Zeit und Sklaverei für sehr spannend. Insbesondere anhand dieser Auseinandersetzung wird klar, wie sehr die Uhr das Leben der Menschen bestimmt (in diesem Fall: streng diktiert). Die Uhr als historisches Artefakt zu analysieren, ist vor allem im Rahmen solcher Zusammenhänge von weitreichender Bedeutung. Die Uhr als historisches Artefakt zu analysieren, bedeutet, sie nicht als etwas Gegebenes hinzunehmen, sondern als etwas historisch Gewachsenes, hinter dem Entscheidungsprozesse stehen, die im Rahmen einer solchen Analyse offen gelegt werden. Das Beispiel der Sklaverei ist ein Extremum, das zeigt, wie mittels Technik Macht ausgeübt wird, in diesem Fall mittels eines technischen Artefakts, das aus unserem Alltag nicht wegzudenken ist.

Obwohl ich zu Beginn (siehe Übungsaufgabe 3.1) ein breiteres Spektrum der Recherche in Bezug auf die Uhr anvisiert hatte, stellte sich im Laufe der Recherche heraus, dass sich die Fragestellung nach dem Verhältnis von der Uhr und den sozioökonomischen Verhältnissen im historischen Kontext, insbesondere seit der Neuzeit, als Schwerpunkt herauskristallisierte. 

 

Smith, Mark M.: Mastered by the Clock: Time, Slavery, and Freedom in the American South, 1997 auf Google Books: http://books.google.ca/books?id=cIaSAKm7QowC&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false, Stand: 10.05.2012


Übungsaufgabe 5

Meine Suche im Katalog des Österreichischen Bibliothekenverbunds ergab insgesamt 36 brauchbare Treffer. Die Schlagwörter, die ich verwendet habe, sind folgende: „Zeit“, „Zeit?“ (mit Hilfe der Trunkierung), „Zeitmessung“, „Uhr“, „Uhr Geschichte“, „Geschichte der Uhr“, „Chronometrie“, „clocks history“.

Was die Übersichtlichkeit der Treffer betrifft, erwiesen sich die Begriffe „Zeit“, „Zeit?“ oder „Uhr“ als unbrauchbare Schlagwörter. Die Schlagwörter „Zeitmessung“ und vor allem „Chronometrie“ lieferten qualitativ betrachtet eine leicht überschaubare Menge an Ergebnissen (170 bis 568 Treffer). Neben Treffern, die sich auf den medizinischen, psychologischen, pädagogischen und physikalischen Bereich beziehen, wurde eine Reihe brauchbarer Werke zu meinem Thema herausgefiltert. „Chronometrie“ erwies sich als das am meisten geeignete Schlagwort für die Suche nach brauchbaren Werken zu meinem Thema. Diejenigen Werke, die ich nach mühevoller Aussortierung unter den anderen Schlagwörtern zusammengetragen habe, sind mehr oder weniger übersichtlich unter dem Schlagwort „Chronometrie“ zu finden.

Interessant war, dass ich auf die gleichen zentralen Werke gestoßen bin, die ich in meinem letzten Posting angeführt habe. Eine negative Kritik ist von meiner Seite anzuführen: Die Treffer wiederholen sich oft innerhalb der Suche unter einem Schlagwort. 


Übungsaufgabe 4

Aufgrund der vielfältigen Zugänge zu der historischen Entwicklung der Zeitmessung habe ich meine Suche auf vier Referenzwerke beschränkt: das Deutsche Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm, das Lexikon des Mittelalters, die Encyclopedia of the Early Modern World und die Historische Bibliographie Online

Im Grimm Wörterbuch habe ich die Wörter „Uhr“ (Band 11, Abt. 2) und „Zeit“ (Band 15) nachgeschlagen. Zu Beginn der Einträge ist die etymologische Bedeutung der Worte zu finden. Unter dem Schlagwort „Uhr“ sind zunächst drei differente Arten der Rede über die Uhr angeführt: die Uhr als Tageszeit, die Uhr als Zeitmessgerät und die Uhr als Metapher. Anschließend sind mehrere Seiten mit Zitaten aus deutscher Literatur zu finden, die den Ausdruck „Uhr“ enthalten und somit den Gebrauch dieses Ausdrucks in einer bestimmten Zeit widerspiegeln. Unter dem Schlagwort „Uhr“ befinden sich Einträge von „Uhrablesung“ bis „Uhrzurichter“. Das Schlagwort „Zeit“ liefert Einträge von „Zeitablauf“ bis „zeitwährend“. Meine Auswahl fiel unter anderen auf das Grimm Wörterbuch, weil der Bedeutungsinhalt bestimmter Ausdrücke jeweils an eine bestimmte Zeit gekoppelt ist, für eine bestimmte Zeit prägend ist. Die Bedeutung von Ausdrücken ändert sich mit der Zeit, in diesem Fall wäre es vor allem die Bedeutung der metaphorischen Rede über die Uhr. Bestimmte Ausdrücke verschwinden mit der Zeit und sind nur in einem bestimmten historischen Zeitabschnitt von Bedeutung beziehungsweise erlauben uns gewisse Ausdrücke auf historische Gegebenheiten zu schließen. Beispielsweise können wir aus den Bezeichnungen „Uhrmacherbezirk“ und „Uhrmacherdorf“ darauf schließen, dass in der Zeit, in welcher diese Ausdrücke geläufig waren, die Produktion von Uhren mit einem bestimmten geographischen Standpunkt verbunden war, dass es bestimmte lokale Zentren der Uhrproduktion gab. Die Zeit, in welcher der Begriff eingeführt wurde, kann als Verweis auf eine hohe Produktion von Uhren in dieser Zeit gedeutet werden. Dieser Verweis kann wiederum zu der Fragestellung führen, wieso gerade in dieser Zeit die Produktion von Uhren im Vergleich mit der ihr vorangegangenen Zeit immens angekurbelt wurde. Es wäre an dieser Stelle interessant, diese Entwicklung der Uhr im wirtschaftshistorischen Kontext zu erforschen. Unter dem Schlagwort „Zeit“ sind Bezüge zu diversen Vorstellungen von Zeit zu finden. Hier wäre es spannend, bestimmte Zeitmesstechniken mit Zeitvorstellungen die zur gleichen Zeit vorherrschend waren über bestimmte Zeitabschnitte hinweg zu vergleichen, also Ideengeschichte und Technikgeschichte in Relation zueinander zu stellen. 

Ein weiteres Referenzwerk, das ich zu Rate gezogen habe, ist das Lexikon des Mittelalters (Band 8). In diesem Lexikon fand ich einen passenden Eintrag unter dem Stichwort „Uhr-, macher“. Der Eintrag gewährt einen kurzen und prägnanten Überblick über die Entwicklung der Uhr bis zum Ende des Mittelalters und ihre Bedeutung im Mittelalter sowie die der Uhrmacherei.

Das dritte Referenzwerk, das ich ausgewählt habe, ist die englischsprachige Enzyklopädie der frühen Neuzeit Europe 1450 to 1789. Encyclopedia of the Early Modern World. Darin ist ein sehr interessanter Eintrag unter dem Titel „Clocks and Watches“ zu finden. Die Entwicklung der Uhr erlebt in Bezug auf Gestaltung und Genauigkeit in der frühen Neuzeit ihre Blüte. Aus diesem Grund entschied ich mich dazu, in einer Enzyklopädie der frühen Neuzeit nach Einträgen und weiteren bibliographischen Verweisen zu dem Thema „Zeitmessung“ zu suchen. Der Eintrag beinhaltet einen Einblick in die sozialen Auswirkungen der Integration von Uhren in den Alltag der Menschen in der frühen Neuzeit, den Eingriff, den die Uhr auf das sozioökonomische Zusammenleben der Menschen auszuüben begann, und die Entwicklung des Zeitbewusstseins, das wir heutzutage für gegeben halten. Außerdem gewährt der Eintrag auch einen Einblick in die Entwicklung der mechanischen Uhr als Metapher, die Entwicklung von geographischen Zentren der Uhrproduktion, die Gestaltung von Uhren und die Verbreitung der Uhr als Gegenstand des Besitzes. Der Eintrag verweist auf weitere spannende Aufsätze zum Thema „Zeitmessung in der frühen Neuzeit“:

Bedini, Silvio: The Pulse of Time: Galileo Galilei, the Determination of Longitude, and the Pendulum Clock, Florenz 1991.

Edwardes, Ernest L.: The Story of the Pendulum Clock, Altrincham 1977.

Landes, David: Revolution in Time: Clocks and the Making of the Modern World, Cambridge (Mass.) 1983.

Maurice, Klaus und Mayr, Otto: The Clockwork Universe, German Clocks and Automata, 1550-1650, New York 1980.

Milham, Willis: Time and Timekeepers, New York 1923.

Mumford, Lewis: Technics and Civilization, New York 1934.

Price, Derek de Solla: „Clockwork before the Clock and Timekeepers before Timekeeping“, in: Bulletin of the National Association of Watch and Clock Collectors 18, 1976, S. 399-416.

Ein weiteres Referenzwerk, das mir in Anbetracht der Verweise auf interessante weiterführende Literatur zu dem Thema „Zeitmessung“ vorteilhaft erscheint, ist die Onlineressource Historische Bibliographie und Jahrbuch der historischen Forschung. Ich habe nach dem Schlagwort „Zeitmessung“ gesucht und meine Suche ergab folgende Ergebnisse: 

Dohrn-van-Rossum, Gerhard: „Tagesteilung und Zeitmessung in der Antike“, in: Heiber, Beatrice (Hg.): Erlebte Antike, München 1996: S. 322-334.

Ehlert, Trude (Hg.): Zeitkonzeptionen – Zeiterfahrung – Zeitmessung. Stationen ihres Wandels vom Mittelalter bis zur Moderne. Paderborn 1997.

Heinen, Armin: „Technikkulturen der europäischen Moderne. Zeitmessung und soziale Zeit“, in: Lotte, Kéry (Hg.): Eloquentia copiosus, Aachen 2006, S. 335-350.

Kienast, Hermann J.: „Antike Zeitmessung auf der Agora. Neue Forschungen am Turm der Winde in Athen“, in: Antike Welt, 28, 1997, H. 2, S. 113-115.

Moissejewa, Tatjana M.: „Die Reform der Zeitmessung in Russland und die St. Petersburger Akademie der Wissenschaften“, in Buberl, Brigitte und Dückershoff, Michael (Hg.): Palast des Wissens, München 2003, S. 243-247.

 

Referenzwerke:

Baldwin, Martha: „Clocks and Watches“, in: Dewald, Jonathan (Hg.): Europe 1450-1789. Encyclopedia of the Early Modern World, New York 2004, S. 541-544.

Dohrn-van-Rossum, Gerhard: „Uhr,-macher“, in: Angemann, Norbert, Bautier, Robert-Henri und Auty, Robert: Lexikon des Mittelalters, Bd. 8, München/Zürich 1997, S. 1181-1184.

Grimm, Jacob und Grimm, Wilhelm: „Uhr“, in: Akademie der Wissenschaften (Hg.): Deutsches Wörterbuch, Bd. 11, Abt. 2, Berlin 1991, S. 731-749.

Grimm, Jacob und Grimm, Wilhelm: „Zeit“, in: Akademie der Wissenschaften (Hg.): Deutsches Wörterbuch, Bd. 15, Berlin 1991, S. 521-584.

Historische Bibliographie und Jahrbuch der historischen Forschung, http://www.oldenbourg.de/verlag/ahf/ (Stand: 08.05.2012).